Der Schrannenplatz
|
Stadtreparatur am Schrannenplatz
Der historische Schrannenplatz nahm einst nur ein Drittel der heutigen Fläche ein. Er wurde begrenzt von der großen Winterschranne(Hauptschranne)im Westen, der Sommerschranne(Gerstenstadel)im Norden und dem Haberhaus im Süden. Der Schrannenplatz in seinen heutigen Abmessung ist neueren Ursprungs und dem Abriss der Winterschranne Anfang der 50er Jahre geschuldet. Seitdem gelang es nicht mehr,dort einen erlebbaren Platzraum zu gestalten,zu groß wurden die Abmessungen des Platzes, zu heterogen die Platzkanten,zu unattraktiv die Nutzungen auf der Platzfläche. Die Platzkanten verloren ohne platzbestimmende Schranne ihren sinnstiftenden Bezug, der Platz verlor seine Identität. Eine bauliche Wiedererrichtung der Schrannen würde den heutigen Bedürfnissen der Verkehrsplanung und auch der gewachsenen Bedeutung als Festplatz z.B. für den „Fischertag“ widersprechen. Deshalb schlagen wir vor, die Winterschranne als Baumhain nachzubilden und darüber die räumlichen Bezüge der historischen Platzkanten wieder erkennbar zu machen. Auf eine Nachbildung der Kubatur der Sommerschranne, wie es noch der Bau der Memminger Zeitung aus den 60er-Jahren vergeblich versuchte,wird zugunsten einer Weitung der Platzkanten nach Norden verzichtet. Stattdessen wird als Pendant zum blauen Haus der Hirschgasse 1 ein klarer östlicher Platzabschluss gefunden.Die beiden dort entstehenden
neuen Fassaden angrenzend an den „Drogeriemarkt Müller“ bieten nun attraktive Schauseiten für 3 Einzelhandelsgeschäfte und ein Café. Entlang der Lindentorstraße können ca. 1.250 m² Büroflächen in den Obergeschossen und unter den gefalteten Dächern angeboten werden, die im Zusammenspiel mit einer Faltung der Fassaden das Motiv der giebelständigen Häuser zeitgemäß übersetzen. Dahinter mit Hauptorientierung zum Elsbethenhof falten sich die Dächer der drei Studios noch etwas höher, bieten ihnen stützenfreie Raumhöhen von 7m und mehr. |
|
Die Wiedererstehung der Schrannen als freiraumbildende Elemente
Die drei ehemals raumprägenden Schrannen und die damit verbundene historische Situation werden neu thematisiert und durch landschaftsarchitektonische Elemente neu interpretiert. Ein Baumhain in einer wassergebundenen Fläche, eine Holzlounge vor dem Cafe am Schrannenplatz und ein Fontänenfeld am Kopf des Stadtbachs beschreiben die Standorte der ehemaligen Schrannen. Diese Elemente wirken unterschiedlicher Intensität raumbildend und inszenieren dadurch die historische Situation. Durch die Neuinterprätation mit den landschaftsarchitektonischen Elementen entsteht dabei ein neuer Platzcharakter mit deutlich erhöhter Aufenthaltsqualität.
Unter dem Baumhain wird der Fischerbrunnen neu verortet an der Schnittstelle von Kramerstraße und Stadtbach. Dort befinden sich ferner einige frei verteilte Spielobjekte und mehrere Bänke unter den Bäumen. Der Baumhain an der Stelle der ehemaligen Winterschranne bildet das künftige Zentrum des Platzes. Die Holzlounge an der Stelle der ehemaligen Sommerschranne kann vom angrenzenden Cafe mit Außengastronomie bespielt werden. Das Fontänenfeld holt das Wasser des Stadtbaches auf den Platz und erzeugt ein imposantes Wasserspiel. Dieses Wasserspiel kann für Veranstaltungen abgeschaltet werden, sodass eine Bühne auf dem bodenbündigen Fontänenfeld platz findet.
Alle Elemente des Schrannenplatzes werden nachts intensiv beleuchtet und dadurch inszeniert.
|
|
|